Bürgerwindpark in Merfeld wird konkreter – Endbericht des Artenschutzgutachtens zeigt Realisierungsmöglichkeiten auf

Seit Anfang 2012 waren sechs Experten im Bereich der Vogel- und Fledermauskunde sowie der Landschaftsplanung in dem ca. 400 ha großen Vorhabengebiet der Entwicklungsgesellschaft Bürgerwindpark Dülmen-Merfeld und weit darüber hinaus im Einsatz. Zu allen Jahres-, Tages- und Nachtzeiten wurden die Vorkommen und Flugrouten von Vogel- und Fledermausarten nach den in NRW gültigen Methodenstandards erfasst.

Die Kartierungen beschränkten sich nicht nur auf die von dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW als planungsrelevant eingestuften Arten, der Schwerpunkt wurde vielmehr auf die gegenüber Windkraft als besonders sensibel geltenden Arten gelegt. So wurden insgesamt 45 Vogel- und 6 Fledermausarten auf einer Gesamtfläche von über 2.000 ha nachgewiesen. Dabei wurden neben Fledermausdetektoren auch Horchboxen und Klangattrappen eingesetzt.

Bedeutende Vogelarten wurden insbesondere an der südlichen Grenze des Vorhabengebietes und in den Teilgebieten des dort gelegenen Vogelschutzgebietes nahe des Heubaches angetroffen. Mit zunehmenden Abstand zum Heubach verringerten sich das Artenspektrum und die Anzahl der Individuen deutlich.

Im Abschlussbericht des Büros für Landschaftsökologie, unter Leitung von Carsten Schulze, wurden die vor Ort erhobenen Daten ausgewertet und mit den Ergebnissen einer ausführlichen Literaturrecherche abgeglichen. Des Weiteren flossen vorliegende Artenangaben aus der Region sowie die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse aus ganz Deutschland zu den möglichen Einflüssen von Windkraftanlagen auf die Tierwelt mit in das Gutachten ein.

Bei der weiteren Planung zur Ausweisung von Windeignungsflächen wird ein Mindestabstand von 300 m zu den Schutzgebieten eingehalten werden. Ein zusätzlicher Puffer zum Heubach wird ebenfalls berücksichtigt. Das Gesamtgebiet, auf dem Windkraft zu realisieren wäre, verkleinert sich dadurch, jedoch ist eine Realisierung von Windkraftanlagen auf Teilflächen des verbleibenden Gebietes aus naturschutzfachlicher Sicht möglich. Diese würden sich vorrangig nach Norden hin orientieren. Die Windkraftanlagen würden in kleinen Gruppen angeordnet werden, um ausreichend große Flugkorridore für die Vogelwelt freizuhalten.